Im Sommer platz Island aus allen Näten, aber im Winter? Im August 2014 waren wir bereits auf der Ringstraße unterwegs, high Season aus allen Herren Ländern der Welt. Das Victory ✌️ Zeichen und der Selfistick von meist Asiatischen Besuchern sind mir neben der Artenberaubten Landschaft noch in Erinnerungen. Aber im Winter, wer fliegt da nach Island, außer Schnee, kälte und Dunkelheit gibt es doch nichts, denkstde!

Keflavík im Winter

Der Zielflughafen auf Island ist Flughafen Keflavík KEF. Ein “kleiner” Flughafen auf der Südwestspitze Islands. Die Home Basis von Iceland Air, neben Wizz Air fliegt auch die Lufthansa diesen aus Deutschland an. Wer günstiger nach Kanada oder die USA fliegen möchte, kann KEF als layover Stop nutzten.

Unser Zielflughafen hieß allerdings AEY, Akureyri im Norden der Insel. Dieser wird allerdings nicht von KEF sondern vom Cityflughafen von Reykjavík (BIAR) angeflogen. Die Verbindung zwischen diesen beiden Flughäfen wir ua. per Bus angeboten. In unserem Fall war die Zeit zwischen der Landung und dem Abflug mit 1.5 Stunden mehr als knapp. Nach der Landung ab zur Kofferausgabe und der erste Überraschung, viel weniger als im Sommer ist hier auch nicht los. Ab zum Bus und erstmal anstehen. Die Busse fahren nach Zeitplan, für BIAR mussten wir allerdings noch mal kurz vor Reykjavík umgestiegen.
45 Minuten vor Abflug warten wir immer noch auf die weiterfahrt. Da laufen keine Option war, hieß es einfach geduldig sein. Die Isländer die mit uns auf die Fahrt zum Flughafen warten strahlten eine Gelassenheit aus.

Das Flughafen Terminal, wenn man es so nennen kann, stürmten wir eine halbe Stunde vor Abflug.
Jeden Flughafen den ich bisher besucht habe, ist das Einchecken eine halbe Stunde vor Abflug mehr als eine Herausforderung. Vor allem wenn der ganze Rucksack mit der Fotoausrüstung voll ist. In Frankfurt wurde ich an der Sicherheitskontrolle noch nach Sprengstoff mit Test und Hund überprüft.
Hier ist alles anders, auf Frage wo der Schalter zur Gepächaufgabe wäre und ob der Flug schon abgefertigt wäre und und und …
Wir wurden an einen Tresen verwiesen der nicht viel anders als bei der Warenausgabe eines Schwedischen Einrichtungsaus aussah. Auf dem Infoschild war die Abflugszeit unsers Fluges angegeben. Boarding Zeit gab es nicht nur das der Schalter 10 Minuten vor Abflug geöffnet werde. Und was ist mit dem Security Check…
Naja den gibt es nicht. Das Gewicht der Koffer wird kaum geprüft und nach der Abgabe der Koffer geht es auch schon direkt zum Flugzeug. Alles halt ein wenig anders. Stress brauch man sich nicht machen.

Reykjavík City Airport

Bei freier Sitzwahl in einer Bombardier DHC-8, Dash 8 ging es dann durch die Nacht, begleitet von Nordlichtern. Der Flughafen in Akureyri ist noch mal eine Steigerung. So ein entspannntes ankommen und gleichzeitig Familien Treffpunkt habe ich auch noch nicht erlebt. Die Koffer werden ins Gebäude direkt zur Ausgabe über ein Laufband befördert, was ehr an die Supermarkt Kasse erinnert. Der CheckIn Schalter ist neben dem Mietwagen Ausgabe, auch der einzige Kiosk, Bar und Tourist Information.
Mehr braucht es hier auch nicht!
Unser Mietwagen ein Skoda Superb, stand in der sau kalten Nacht, von Schnee befreit auf dem riesigen Parkplatz. Nach dem Verstauen der Koffer ging es dann los, nur irgendwie würgte ich den Motor bei jedem Startversuch immer ab. Das wir ein Automatik Wagen hat habe ich auch erst nach mehreren Kilometern gemerkt. Mit dem Gedanken die Kupplung zu betätigen, habe ich gebremst und gas gegeben ✌️. Neben dem Automatik mit Allrad werden wir die Spiks an den Reifen noch zu schätzen wissen.

Akureyri

Akureri ist eine Stadt mit allem was man braucht. Neben der Guðjón Samúelssons Kirche bietet sie im Winter nicht wirklich viel für uns. Aus diesem Grund geht es für uns weiter in den Osten zum Dettifoss den wir im Sommer schon besucht hatten. Für mich deutlich Imposanter als der im Süden liegende Gullfoss. Die Fahrt auf den verschneiten Straßen ist ohne Probleme zu meistern. Bedenkt man, wenn es bei uns nur leicht schneit, bricht der Verkehr zusammen. In Island stört das keinem, selbst wir Turis fallen nur recht selten auf den Straßen mit langsam fahrt auf.

Leider war die Westliche Zufahrt wegen zuviel Schnee zum Gullfos gesperrt. Die Ostzufahrt führt über die Ringstraße über die Jökulsá á Fjöllum Hängebrücke welches als Fotomotive recht spektakulär ist. Da der Detifoss recht abseits liegt. War auch die Westzufahrt stark verschneid und wir haben uns nicht getraut am ersten Tag schon stark verschneite Straßen zu befahren.

Zurück nach Akureri ging es wieder über die Ringstraße. Als weiteres Ziel war das Thermalgebiet von Hverarönd welches im Winter, gefühlt stärker am Blubbern und pfeifen ist.

Kurz vor Hveraröd geht eine kleine Straße in Richtung Krafla. Da auf dem Weg das Kraftwerk Krafla ist, ist die Straße bis zu diesem gut befahrbar. Auf der Straße in den Nord befindet sich auf der Rechten Seite eine Außendusche, gespeist von den Heißen Thermalwasser der Gegend. Ein kurzer Fotostop dieses recht Skurrile wirkenden Dusche, sollte man mit nehmen. Wenn die Straße befahrbar ist sollte man sich umbedingt das Lava Feld der Krafla und den Vulkanberg anschauen.

Geitafoss

Der Weitere Weg Richtung Krafla ist von Schneebergen uns heute versperrt. Die Typischen Turipunkte Hverfjall, Grjótagjá und Stóragjá sind im Winter dann doch nicht so überlaufen.
Direkt an der Ringstraße befindet sich noch der Wasserfall des Goðafoss, welches mit Kristallklarem Wasser durch die Landschaft schlängelt.

Am Nächsten Tag geht es er Ringstraße weiter Richtung Süden. Dadurch das es zu dieser Jahreszeit nie wirklich hell wird, befindet man sich in einem permanenten Sonnenauf- und Untergang.

Der Abstecher zum Hraunfossar und Barnafoss sollte man wenn möglich mit nehmen.

Unser Tages Ziel Icelandair Hotel Hamar wird auch unerwartet, dass eigentliche Tageshighlight. Da es auch in der Nacht in Akureri recht hell beleuchtet ist und wir Abends zu müde waren noch einmal raus aus der Stadt zu fahren, war die suche nach Polarlichtern erst jetzt möglich. Die App Aurora ist ein kleiner Hilfsmittel für die Polarlichter Vorhersage. Aussagekräftig ist es aber immer noch, warm einpacken und raus vor die Tür. Lasst euch ein wenig zeit, die Augen müssen sich an die Dunkelheit erst mehrere Minuten gewöhnen. Wenn alles passt, wird man mit einem Unfassbaren Naturschauspiel beschenkt.

Aurora borealis

Am nächsten Tag geht es zum sogenannten “Golden Circle” über Nationalpark Thingvellir zum noch deutlich mehr Überlaufenen Großer Geysir zum Gullfoss. Soviel Menschen wie am Gullfoss gleichzeitig sind, haben wir in den letzten 3 Tagen nicht gesehen. Als kleinen Tipp am Gullfoss, den oberen Parkplatz nehmen, im Winter ist der Unterteil des Wasserfalls gesperrt.

Als letzten Stop halten wir noch am Seljalandsfoss. Da es Recht spät schon ist ,gehen wir nicht mehr den Weg hinter den Wasserfall und verschieben dies auf unsere Rückfahrt zurück nach Reykjavik. Was wir im Nachhinein bereuen werden.

Am nächsten Tag geht es von Vik aus, die Südküste entlang direkt bis zum Jökulsárlón. Die Lagunen ist mit einer der überlaufenste Ort an der Südküste. Es empfiehlt sich am besten am Westlichen Teil zu parken. Auch sollte man recht früh vor Ort sein um den sehr späten Sonnenaufgang mit zu erleben.

Es empfiehlt sich einen kleinen Fussmarsch zur Meer Seite zu unternehmen. Der Schwarze Strand ist mit ein wenig Glück überseht von kleineren und größeren Eisbergen, welche wieder zurück an Land geschwemmt werden.

Auf dem Parkplatz des Fjallsárlón, merken wir recht schnell was der Vorteilen von Speis an den Rädern unseres Leihwagens ist. Kaum ausgestiegen liege ich auch schon auf der Nase. Durch den leichten Regen in der Nacht ist der ganze Parkplatz Spiegelglatt.

Am Skeiðará Bridge Monument, bekommt man ein guten Eintruck welche Kraft, Wasser und Eis hat. Nach einem Gletscherlauf 1996 sind die Reste der Alten Autobrücke, in Form von verbogenen Stahlträgern, zu einem Denkmal aufgestellt worden.

Auf einer kleinen Seiten Straße kommt man zum Fjaðrárgljúfur. Einer der Bekanntesten Fotomotiven Islands, im Winter ist diese leider sogut wie nicht begehbar. Den Blick von der kleinen Brücke sollte man sich aber nicht angehen lassen.

Fjaðrárgljúfur

Am nächsten morgen geht es Richtung Reykjavik bevor es zum Black Beach und den Hálsanefshellir Cave geht, fahren wir bewusst zum spät Sonnenaufgang zum Dyrhólaey Leuchtturm. Die Auffahrt ist ein wenig Abenteuerlich aber mit unserem Auto überhaupt kein Problem.

Hier oben, hat man bei guten Wetter, einen super Blick über die Küste bis zu den Vestmannaeyjar Inseln. Wenige Laufminuten entfernt ist der Felsentoren von Dyrhólaey. Nach der Abfahrt vom Berg hält man sich am besten rechts und Fährt noch einen kleinen Abstecher zum Kirkjufjara Beach und zum Arnardrangur. Hier ist es deutlich Ruhiger als an seinem berühmteren Nachbar Strand

Trotz allem fahren wir im Nieselregen den Weg zurück zum Black Beach und beobachten das auch gefährliche Treiben am Strand. Die Kraft der Wellen sollte man hier nicht unterschätzen.

Weiter geht es am Solheimasandur mit der 1973 abgestürzten DC3 vorbei. Wir sparen uns die Wanderung bei diesem Schmuddelwetter und fahren direkt zum Skógafoss Wasserfall. Der Unterschied zwischen Gischt des Wasserfalls und der immer stärker werdende Regen merken wir jetzt auch nicht mehr. Im waremen Auto geht es direkt nach Reykjavik ohne den sonst lohnenden Halt am Seljalandsfoss.

An der bekanntesten Kirche Islands der Hallgrímskirkja endet bzw Startet das Jahr 2017/2018 mit einem gigantischen Feuerwerk. Egal wo man hingeht die es fliegen einem nur so die Raketen um die Ohren.
Was man wissen muss, Verkauft werden Feuerwerkskörpern, von der Feuerwehr überall im Land. Die damit Ihren unterhalt der Fahrzeuge sichert.

Am Nächsten Mittag geht es für uns noch zum Perlan einen Wasserspeicher, der die Stadt Reykjavik mit Warmwasser versorgt. Neben den Tanks befindet sich auch ein Museum und eine Aussichtskuppel von der man einen Blick über die Stadt erhält.

Bevor es Richtung Keflavik und Flughafen geht schlendern wir noch ein wenig durch die Stadt. Ein Abstecher zum Grótta Island Lighthouse an der man die Gezeiten, die sonst von der Nordsee bekannt sind auch zu sehen bekommt. Über den Damm kommt man nur bei Ebbe zum Leuchtturm, ein Blick auf die Gezeitentabelle kann hier auch nicht schaden.

Unser Auto geben wir am Flughafen ab und verbringe die Nacht in einem Flughafen direkt vor Ort. Bevor es am Nächsten Morgen zurück nach Hause geht. Die letzten Polarlichter sind recht schwer am sehr stark beleuchteten Flughafen zu erkennen.

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