Unsere Anreise nach Nordirland verläuft, wie schon bei früheren Reisen, mit der Fähre von Rotterdam nach Hull. Von dort geht es quer durch England und Schottland, bevor wir in den frühen Morgenstunden von Cairnryan aus nach Nordirland übersetzen. Die Nacht davor haben wir an einem wunderschönen Strandabschnitt am Craignarget Beach verbracht.
Nach unserer Ankunft in Belfast vertreiben wir uns zunächst die Zeit in der Innenstadt. Allerdings sind wir ziemlich enttäuscht. Schön ist anders. Eine Erfahrung, die wir leider im Laufe unserer Reise über die irische Insel noch häufiger machen werden. Selbst der Albert Memorial Clock Tower wirkt grau und ziemlich heruntergekommen. Wir schlendern durch die Einkaufspassagen und besuchen den St. George’s Market, eine Markthalle aus dem 19. Jahrhundert, in der Obst, Blumen, Fisch, Mode und Kunsthandwerk angeboten werden. Leider hat der Markt nur von Freitag bis Sonntag geöffnet.



Gegen halb eins können wir endlich ins Titanic Museum. Ohne den Film zuvor gesehen zu haben, ist die Ausstellung durchaus interessant. Die multimediale Gestaltung ist gelungen und abwechslungsreich, allerdings ist das Museum völlig überlaufen. Überall drängen sich die Besucher, sodass es schwerfällt, sich in Ruhe mit den einzelnen Ausstellungsstücken zu beschäftigen. Nach etwa eineinhalb Stunden sind wir durch und kehren mit gemischten Gefühlen zu unserem Parkplatz zurück. Bei halb so vielen Besuchern hätten wir uns deutlich mehr Zeit gelassen und die Ausstellung sicher intensiver genießen können.
Nach einer eher bescheidenen Nacht verlassen wir Belfast und fahren weiter entlang der nordirischen Küste. Unser erstes Ziel ist die Carrick-a-Rede Rope Bridge. Wir parken kostenlos und unternehmen einen kleinen Spaziergang entlang der beeindruckenden Steilküste. Auf die eigentliche Hängebrücke verzichten wir allerdings. Mehr als 18 Euro Eintritt sind es uns dann doch nicht wert.
Anschließend geht es weiter zum Giant’s Causeway, der berühmten Straße der Riesen. Vor Ort angekommen, müssen wir allerdings feststellen, dass wir nicht einfach auf dem Parkplatz parken dürfen, obwohl dort noch Plätze frei sind. Diese sind ausschließlich Mitgliedern des National Trust vorbehalten. Nach einigem Hin und Her finden wir schließlich einen Stellplatz auf dem Park-and-Ride-Parkplatz in Bushmills und fahren mit dem Bus zurück an die Küste.

Von dort machen wir uns gemeinsam mit Hunderten anderen Besuchern auf den Weg hinunter zum Wasser. Der Weg führt entlang der Steilküste und bietet immer wieder schöne Ausblicke. Wir laufen bis zum Amphitheatre Viewpoint. Dort wird es zum Glück deutlich ruhiger, und wir können die Landschaft etwas entspannter genießen.
Die Nacht verbringen wir in Portrush. Die Stadt erinnert auf uns eher an einen riesigen, etwas in die Jahre gekommenen Rummelplatz. Trotzdem drehen wir noch eine kleine Runde entlang der Promenade und genießen das schöne Wetter.
Der nächste Tag verläuft anders als geplant. Eigentlich wollen wir weiter entlang der Küste in Richtung Republik Irland fahren. Doch dann legen wir spontan einen Zwischenstopp am riesigen Benone Beach ein. Der weitläufige Strand ist sogar mit dem Auto befahrbar. In der Hochsaison stehen hier vermutlich Hunderte Fahrzeuge direkt am Wasser. Wir entscheiden uns jedoch dafür, auf einem kleinen Parkplatz vor dem eigentlichen Strand zu parken.
Die nächsten gut zwei Stunden verbringen wir mit einem ausgedehnten Spaziergang entlang dieses wunderschönen Küstenabschnitts. Der lange Sandstrand, das Meer und die Weite der Landschaft machen diesen Zwischenstopp zu einem echten Highlight, bevor wir schließlich weiter nach Londonderry fahren.

Dort empfängt uns leider Regen. Eigentlich wollen wir direkt weiter, doch unser Kühlschrank macht uns erneut einen Strich durch die Rechnung. Während der Fahrt springt die Tür wieder auf, und dabei brechen erneut mehrere Haltenippel ab. Die Kühlschranktür lässt sich nun nicht mehr richtig schließen. Da Samstag ist, wollen wir das Problem unbedingt noch am selben Tag lösen und fahren zunächst zu Causeway Campers. Wie erwartet können sie uns dort allerdings auch nicht weiterhelfen.
Was sich Dometic bei seinem RM10-Kühlschrank gedacht hat, wissen vermutlich nur die Entwickler selbst. Immerhin bekommen wir den Tipp, es bei Screwfix in Coleraine zu versuchen. Doch obwohl wir eine Viertelstunde vor Ladenschluss dort eintreffen, kann man uns auch hier nicht helfen. Dafür erhalten wir den entscheidenden Hinweis auf Willis McCloskey.
Der kleine, gut sortierte Laden ist eine wahre Fundgrube für allerlei Krimskrams. Nach einigen Diskussionen und einigem Suchen finden wir tatsächlich genau das, was wir brauchen: einen kleinen Plastikstab, der perfekt in unseren Kühlschrank passt. Wofür diese Kunststoffstäbe ursprünglich gedacht sind, weiß ich bis heute nicht. Fest steht aber, dass sie ihren Zweck hervorragend erfüllen. Mit ihrer Hilfe bleibt unsere Kühlschranktür für den Rest der Reise zuverlässig geschlossen.
An diesem Tag fällt uns auch besonders auf, wie viele Kreisverkehre es in Nordirland gibt. Kaum hat man einen verlassen und wieder Reisegeschwindigkeit aufgenommen, wartet schon der nächste. Nach gefühlt Hunderten Kreisverkehren kehren wir schließlich erneut zu unserem Übernachtungsplatz in Portrush zurück.
Am nächsten Tag geht es dann endlich weiter in die Republik Irland. Anders als erwartet bemerken wir den Grenzübertritt zunächst überhaupt nicht. Kein Grenzschild, keine Kontrolle, keine militärischen Einrichtungen – einfach nichts. Erst als wir feststellen, dass die Entfernungsangaben plötzlich wieder in Kilometern statt in Meilen angegeben sind, wird uns bewusst, dass wir inzwischen in Irland angekommen sind.